Rigaerstr.83: kurzes Portrait

Daten:
Altbau, ca. 1905


Bebauung: Vorderhaus, Quergebäude, zwei Seitenflügel

Wohnfläche: ca. 2100 qm ohne Dachgeschoß

Zustand: 1990 unbewohnbar, seit 1990 in Eigeninitiative instandgesetzt, heute bewohnbar und verkehrssicher, akut sanierungbedürftig

Sanierungsträger: LIST

Eigentümer: Selbstverwaltete Ostberliner GenossInnenschaft (SOG) e.G.

Kreutzigerstrasse 23, 10247 Berlin

Geschichte: 1986 durch die KWV leergezogen, wurde das Vorderhaus 1990 besetzt und bewohnbar gemacht (Reparatur der Öfen, Fenster, Treppen, Türen usw., Einbau von Versorgungsleitungen.) Die WBF veranlaßte 1991 die baupolizeiliche Sperrung des gesamten Grundstücks, die für das Vorderhaus nach einer von den BewohnerInnen beantragten Begehung durch die Senatsbauaufsicht aufgehoben wurde. Die hinteren Gebäudeteile wurden von 1992 an bewohnbar gemacht, wobei in Eigenleistung über 500 qm Dielen, über 50 Fenster, Wasserversorgung, sanitäre Einrichtungen und vieles mehr eingebaut wurden. Ende 1996 wurde nach einer Begehung der Bauaufsicht Friedrichshain die Sperrung aufgehoben.

Besitzverhältnisse: Seit 1990 von der WBF verwaltet, schlossen die BewohnerInnen 1991 Vorverträge ab, die dann in jahrelangem Rechtsstreit mit der WBF eingeklagt werden mußten. 1991 wurde das Haus restituiert und wechselte mehrmals die Besitzer, der hintere Grundstücksteil wurde abgetrennt (blaue Linie) und vom Bezirk Friedrichshain übernommen. Nach jahrelangen Verhandlungen haben die BewohnerInnen das Vorderhaus und den 1. Seitenflügel in Zusammenarbeit mit der Selbstverwalteten Ostberliner GenossInnenschaft e.G. erworben. Für das Quergebäude und den 2. Seitenflügel wurde eine Einigung mit dem Bezirksamt erreicht, wonach für die Gebäudeteile mittelfristig eine Übernahme durch die SOG e.G. angestrebt wird, außerdem unterstützt der Bezirk eine schnellstmögliche Sanierung im Rahmen des Selbsthilfeprogramms.

Nutzung: In der Rigaerstr. 83 wohnen derzeit 35 Erwachsene und 5 Kinder, wobei das ganze Haus samt Treppenhäusern und Höfen als Wohnraum genutzt wird. Wir haben Werkstätten, Gemeinschaftsräume, -küchen und -bäder eingerichtet, weil wir nicht in Isolierung von Einzelwohnungen leben wollen. Mit dem Vereins- und Kiezcafe "Fischladen" und den Veranstaltungsräumen haben wir Raum für Konzerte, Theater, Vorträge, Kino und Partys geschaffen. Des weiteren existieren eine Holz- und Metallwerkstatt, Motorrad-Selbsthilfewerkstatt, Dunkelkammer, Proberaum, Ateliers und die Food-Coop "Biotop". Die Räume und Einrichtungen können von Initiativen, Vereinen und Privatpersonen mitgenutzt werden und sind für die Menschen aus der Nachbarschaft zu einem wichtigen Kommunikations- und Treffpunkt geworden.

Ökologie: Derzeit wird ein Konzept erarbeitet, die Häuser der SOG und Objekte in der Nachbarschaft mit Hilfe von BHKWs und neuartigen Speicher-technologien zu einem lokalen Energieverbund zusammenzuschließen.

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