Neue Grünstr. 15 "Obdachlosenwohnprojekt"
Projektkonzept und Sachstand
 

Das Grundstück Neue Grünstr. 15 ist im Eigentum des Landes Berlin vertreten durch das Grundstücksamt Mitte. Es ist mit einem Wohngebäude bestehend aus Vorderhaus und Seitenflü-gel sowie einer ehemaligen Garagen- und Werkstatthalle bebaut. Die gemeinnützige Gesellschaft für Stadtentwicklung GSE hatte bereits seit 1991 einen 5-jährigen Pachtvertrag, mit der Option diesen auf der Grundlage des später beantragten In-vestitionsbescheides in einen langfristigen (25 Jahre) zu wandeln. Das Ge-bäude wird seit 1991 von ehemals Obdachlosen genutzt. Die GSE be-treut die Bewohner mit 2 festangestellten Sozi-alarbeitern.

Als die GSE das Gebäude im Rahmen des Pachtvertrages übernahm, stand es vollständig leer und war in einem desolaten, unbewohnbaren Zustand. Aus Mitteln der Sozialverwaltung wurden Notinstandsetzungen (Dachreparatur, Einbau von einigen Toiletten und Duschen, Stroman-schluß, Malerarbeiten) finanziert. Der vorschriftsmäßige Standard eines vermietbaren Wohnge-bäudes konnte damit jedoch nicht geschaffen werden. Im Gegensatz zur regen Bautätigkeit in der gesamten Umgebung ist dieses Gebäude eines der wenigen unsanierten Objekte. 

Insbesondere aufgrund der sozialen Zielsetzungen, aber auch wegen des dringenden Sanierungs-bedarfes des Grundstückes unterstützt der Bezirk das Vorhaben nachdrücklich.
 

Geplantes Sanierungs- und Nutzungskonzept

Wohngebäude
Im Rahmen der geplanten Baumaßnahmen wird eine umfassende Instandsetzung und Modernisie-rung des Hauses zur Wiederherstellung der Bewohnbarkeit erfolgen. Die gravierenden statischen Baumängel (Setzungsrisse) werden behoben. Ziel des Vorhabens der GSE ist ein Wohnprojekt für Obdachlose. Das Wohnprojekt soll über unterschiedliche Wohn-formen, die der jeweiligen persönlichen Situation angepaßt sind, verfügen. Dies umfaßt sowohl Möglich-keiten für langfri-stiges Wohnen als Gruppe oder Einzelperson, in WG`s oder kleinen Wohnungen als auch für einen kurzzeitigen Verbleib in Notwohnungen. Das Vorhaben soll durch Mittel des Förderpro-gramms "Wohnungspolitische Selbsthilfeprojektes" und bauliche Eigenleistungen finanziert wer-den. 

Um den Bewohnern und anderen Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänern eine Beschäftigungs-möglichkeit zu bieten und die erforderlichen Eigenleistungen abzusichern, ist die Einbindung von Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen in das Bauvorhaben geplant.
 

Garagen - und Werkstatthalle
Die Garagen- und Werkstatthalle wurde von einigen Bewohnern des Hauses notdürftig repariert und wird als Treff und als Werkstatt  von bzw. für die Hausbewohner genutzt. Da die Halle in einem desolaten Zustand ist und das Grundstück zudem keine Freifläche hat, ist ein Abriß vorgesehen. So könnte auf dem Grundstück  eine Grün- und Erholungsfläche für die Bewohner geschaffen werden. Auf  Anfrage beim Stadtplanungsamt, würde dies auch von deren Seite unterstützt.

Sachstand
Eine Kostenschätzung und Vorplanung des Projektarchitekten liegen vor. Das Projekt  ist zudem für eine Arbeitsmarktförderungsmaßnahme im Rahmen SAM ( Strukturan- passungsmaßnahme nach SGB III -Arbeitsförderung §272 ff.) bei der Projekt-Control GmBH, dem Treuhänder der Senatsverwal-tung für Arbeit und Frauen angemeldet (sh. Kopie unseres Schreibens).

Als nächsten Schritt streben wir ein Gespräch mit SenBauWohnVerkehr zwecks Vorstellung der Projektes, der Baukosten und der Förderung an. Parallel dazu nehmen wir Kontakt mit dem Bezirk bzgl. evtll. Ordnungsmaßnahmemittel auf.

Aufgrund der  Komplexität des Projektes durch die Einbindung der ABM schätzen wir ein, daß die Einreichnung der Unterlagen erst im September erfolgen kann.
 

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